<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd" xmlns:googleplay="http://www.google.com/schemas/play-podcasts/1.0"><channel><title><![CDATA[Johanna Gremme]]></title><description><![CDATA[Ich mache Theater & schreibe Texte. Dabei spüre ich Verbindungen nach. Denn die Welt ist nicht so zersplittert, wie sie scheint. Ich erzähle Geschichten, die daran erinnern, dass unsere Leben durchlässiger sind, als wir denken.]]></description><link>https://johannagremme.substack.com</link><image><url>https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!HT05!,w_256,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fjohannagremme.substack.com%2Fimg%2Fsubstack.png</url><title>Johanna Gremme</title><link>https://johannagremme.substack.com</link></image><generator>Substack</generator><lastBuildDate>Sun, 12 Jul 2026 10:00:25 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://johannagremme.substack.com/feed" rel="self" type="application/rss+xml"/><copyright><![CDATA[Johanna Gremme]]></copyright><language><![CDATA[de]]></language><webMaster><![CDATA[johannagremme@substack.com]]></webMaster><itunes:owner><itunes:email><![CDATA[johannagremme@substack.com]]></itunes:email><itunes:name><![CDATA[Johanna Gremme]]></itunes:name></itunes:owner><itunes:author><![CDATA[Johanna Gremme]]></itunes:author><googleplay:owner><![CDATA[johannagremme@substack.com]]></googleplay:owner><googleplay:email><![CDATA[johannagremme@substack.com]]></googleplay:email><googleplay:author><![CDATA[Johanna Gremme]]></googleplay:author><itunes:block><![CDATA[Yes]]></itunes:block><item><title><![CDATA[Von Entenküken und Fundamenten]]></title><description><![CDATA[oder auch &#252;ber menschengemachte Katastrophen]]></description><link>https://johannagremme.substack.com/p/von-entenkuken-und-fundamenten</link><guid isPermaLink="false">https://johannagremme.substack.com/p/von-entenkuken-und-fundamenten</guid><dc:creator><![CDATA[Johanna Gremme]]></dc:creator><pubDate>Thu, 09 Jul 2026 15:37:45 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/f14454b8-3711-4502-901a-ad5506192779_5940x3960.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><span>Ihr fragt euch jetzt vielleicht, was eine Entenfamilie mit meinem Newsletter zu tun hat. Na dann mal aufgepasst:</span></p><p><span>Als ich das Video von der Tagesschau gesehen habe, in dem Polizeibeamte (insgesamt 15 waren im Einsatz!) </span><a href="https://www.instagram.com/reel/DaOMoycnRpM/"><span>eine Entenfamilie eskortieren</span></a><span>, um sie sicher zum Fluss zu begleiten, war mein erster Gedanke: absurd! Mein zweiter Gedanke: Das kann man sich nur in einem Land leisten, in dem es sonst keine Probleme gibt.</span></p><p><span>Ich muss zugeben, dass ich mich nicht sonderlich gut mit Japan auskenne. Aber als ich mitbekommen habe, dass auch in Japan &#8211; nur etwa 30 Minuten nach den beiden Erdbeben in Venezuela &#8211; die Erde bebte und ich ein paar Tage sp&#228;ter das Entenvideo gesehen habe, war ich erstaunt.</span></p><p><span>Vielleicht erkennt man einen funktionierenden Staat nicht daran, </span><strong><span>was</span></strong><span> passiert. Sondern daran, </span><strong><span>wor&#252;ber</span></strong><span> er sich Sorgen machen darf.</span></p><div class="captioned-button-wrap" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://johannagremme.substack.com/p/von-entenkuken-und-fundamenten?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;}" data-component-name="CaptionedButtonToDOM"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke f&#252;rs Lesen. Ich freue mich, wenn du diesen Text teilst, damit die Situation in Venezuela nicht in Vergessenheit ger&#228;t.</p></div><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://johannagremme.substack.com/p/von-entenkuken-und-fundamenten?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://johannagremme.substack.com/p/von-entenkuken-und-fundamenten?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p></div><h2>Naturkatastrophen k&#246;nnen wir nicht verhindern, Zerst&#246;rung schon</h2><p><span>Das Beben vor der japanischen K&#252;ste erreichte eine St&#228;rke von 6,9 auf der Richterskala. Die Beben in Venezuela hatten eine St&#228;rke von 7,2 und 7,5. Aus Japan gibt es keine Nachrichten &#252;ber Tote, eine Tsunami-Warnung blieb zum Gl&#252;ck auch aus.</span></p><p><span>Bei einem Beben dieser St&#228;rke fallen M&#246;bel um oder B&#252;cher und Tassen aus den Schr&#228;nken. Bestimmt ist irgendwo in Japan etwas zu Bruch gegangen. Oder die Japanerinnen und Japaner haben dank ihrer Aufr&#228;um-Ikone Marie Kondo ohnehin alles aus den Schr&#228;nken aussortiert.</span></p><p><span>Die beiden Ereignisse nebeneinander betrachtet zeigen, dass es nicht die Naturkatastrophe an sich ist, die die Katastrophe verursacht.</span></p><p><span>Alles h&#228;ngt davon ab, wie wir darauf vorbereitet sind.</span></p><p><span>Japan hat eines der weltweit f&#252;hrenden Fr&#252;hwarnsysteme f&#252;r Erdbeben und h&#228;lt sich konsequent an Bauvorschriften. Venezuela ist ebenfalls ein seismisch aktives Land. Bauvorschriften gibt es auch dort. Sie wurden nur nicht eingehalten.</span></p><p><span>Das ist die eigentliche Trag&#246;die: Dass ganze H&#228;user wie Kartenh&#228;user eingest&#252;rzt sind und die Region um La Guaira vom Naherholungsparadies zu einem Friedhof unter offenem Himmel geworden ist. Mein Freund Thomas war vor Ort und hat mir Videos geschickt. Als ich sie gesehen habe, habe ich ihm geschrieben: Wenn ich auf Deutsch das Wort </span><em><span>Totenstille</span></em><span> h&#246;re, dann beschreibt es genau das, was ich hier sehe.</span></p><p><span>Mich besch&#228;ftigt das alles sehr, weil Venezuela f&#252;r mich innerhalb weniger Monate von einem fast blinden Fleck auf meiner Landkarte zu einem Ort mit gro&#223;er Bedeutung geworden ist.</span></p><p><span>Nach meinen beiden Reisen denke ich an die Menschen, ihr Leben, ihre Familien. An die Lebenslust, an die Kraft, nicht aufzugeben. An meine Freundinnen und Freunde und die Gastfreundschaft, die mir entgegengeschlagen ist.</span></p><p><span>Die letzten zwei Wochen seit dem Erdbeben kommen mir vor wie eine Ewigkeit.</span></p><p><span>Internationale Hilfstrupps sind ins Land gereist und zum Teil schon wieder abgereist. Der Staat reagiert langsam und in den Augen vieler Venezolanerinnen und Venezolaner unzureichend.</span></p><p><span>Dort, wo staatliche Infrastruktur und Hilfe fehlen, muss die Bev&#246;lkerung sich selbst helfen.</span></p><p><span>Die sozialen Medien sind innerhalb weniger Stunden zu einer digitalen Einsatzzentrale geworden. Hier werden Mahlzeiten organisiert, Medikamente und Hilfsg&#252;ter gesammelt, psychologische Unterst&#252;tzung f&#252;r Kinder vermittelt, Informationen &#252;ber vermisste Angeh&#246;rige geteilt oder Koordinaten ver&#246;ffentlicht, an denen schweres Ger&#228;t f&#252;r Rettungs- und R&#228;umungsarbeiten ben&#246;tigt wird.</span></p><p><span>Inzwischen mischen sich in die Instagram-Stories auch viele Todesnachrichten. Auch diese Nachrichten sind wichtig. Damit suchende Angeh&#246;rige Abschied nehmen k&#246;nnen.</span></p><h2>Die Angst, vergessen zu werden</h2><p><span>Das, wovor die meisten jetzt Angst haben, ist, dass die R&#252;ckkehr zur Normalit&#228;t die Katastrophe in Vergessenheit geraten l&#228;sst.</span></p><p><span>Dabei steht die eigentliche Katastrophe erst bevor.</span></p><p><span>Die Regenzeit beginnt. Tausende Menschen wohnen in improvisierten Zeltlagern, die starkem Regen m&#246;glicherweise nicht standhalten werden. Fehlende Infrastruktur und mangelndes Trinkwasser erh&#246;hen das Risiko f&#252;r Krankheiten. Frauen und Kinder sind besonders gef&#228;hrdet. Viele Menschen haben nicht nur ihr Zuhause, sondern auch ihre Arbeit verloren.</span></p><p><span>Diese Krise und alles, was aus ihr erw&#228;chst, wird sehr lange anhalten.</span></p><p><span>Es ist nun wichtig, nicht zu vergessen, dass hinter dieser Katastrophe Menschen stehen, die alles geben, um irgendwie wieder auf die Beine zu kommen.</span></p><h2>#artesinfronteras - Kunst kennt keine Grenzen</h2><p><span>Nach meiner Reise im M&#228;rz habe ich ein Gedicht &#252;ber Venezuela geschrieben. Das war einfach eine Notiz in meinem Smartphone. Nach dem Erdbeben habe ich entschieden, das Gedicht zu ver&#246;ffentlichen. Ich habe Greta, die den Gedichtband &#8222;Der Atem der Wale&#8220; illustriert hat, gefragt, ob sie kurzfristig dieses Gedicht illustrieren kann. Dann habe ich einen Freund aus Caracas, der als Grafiker arbeitet, gefragt, ob er daraus eine Postkarte gestalten kann.</span></p><p><span>In wenigen Tagen haben wir auf mehreren Sprachen und in mehreren L&#228;ndern an dieser Postkarte gearbeitet. Ich habe das Gedicht f&#252;r Greta auf Italienisch und f&#252;r David auf Spanisch &#252;bersetzt. Die Arbeit lief auf Deutsch, Italienisch, Spanisch und Englisch. Und was soll ich sagen? </span><strong><span>#Artesinfronteras</span></strong><span>, Kunst kennt keine Grenzen.</span></p><p><span>Ab sofort gehen alle Einnahmen aus dem Verkauf der Benefizpostkarte an den Hilfsfonds der Vereinten Nationen f&#252;r Venezuela. Au&#223;erdem flie&#223;en bis Ende des Jahres auch alle Spendeneinnahmen aus dem Verkauf meines Gedichtbands in diesen Topf.</span></p><p><span>Die Wale werden es mir verzeihen.</span></p><p><span>Wer einen Gedichtband bestellt, erh&#228;lt die Benefizpostkarte automatisch dazu.</span></p><p><span>Mit </span><strong><a href="https://johannagremme.de/produkt/benefizpostkarte-ayuda-venezuela/"><span>Arte sin fronteras</span></a></strong><span> kann ich keine H&#228;user wieder aufbauen. Aber vielleicht kann die Karte dazu beitragen, dass die Menschen hinter den Nachrichten nicht in Vergessenheit geraten.</span></p><p><span>Nach meinem Workshop mit den T&#228;nzerinnen und T&#228;nzern des Teatro Teresa Carre&#241;o war ich tief ber&#252;hrt von den Improvisationen, die sie mir am Ende des Tages gezeigt haben.</span></p><p><span>Ich sa&#223; am Ende der Welt und habe gestaunt &#8211; und mich in der Kunst zuhause gef&#252;hlt. Damals habe ich zu der Gruppe gesagt:</span></p><p><strong><span>&#8222;Solange es Menschen gibt, die Kunst machen, gibt es Hoffnung.&#8220;</span></strong></p><p><span>Ich glaube, das gilt heute mehr denn je.</span></p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://johannagremme.de/produkt/benefizpostkarte-ayuda-venezuela/&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Hier geht es zur Postkarte&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://johannagremme.de/produkt/benefizpostkarte-ayuda-venezuela/"><span>Hier geht es zur Postkarte</span></a></p><p></p><p><strong>P.S. </strong>Es gibt viele Wege, die von einer Idee zu einer Entscheidung f&#252;hren. Die Idee zu <strong>#artesinfronteras</strong> ist wortw&#246;rtlich im Chaos der Erdbebensch&#228;den entstanden. Ivan, einem Freund aus Caracas, ist bei den Aufr&#228;umarbeiten im Goethe-Institut und der besch&#228;digten Bibliothek mein Gedichtband in die H&#228;nde gefallen. Davon hat er mir ein Foto geschickt. Und dann ging es in meinem Kopf los. Ich habe mich an meinen eigenen Gedichtband und den Spendenzweck erinnert und zeitgleich die Idee f&#252;r die Postkarte entwickelt. So schlie&#223;t sich ein Kreis und ein Kulturort erm&#246;glicht am Ende indirekt die Entstehung neuer Kunst. Falls dich interessiert, wie es insgesamt nach dem Erdbeben um den Kulturbetrieb in Caracas steht, kannst du Thomas Schaumberg <a href="https://www.deutschlandfunk.de/zerstoerte-kulturstaetten-thomas-schaumberg-ueber-das-erdbeben-in-venezuela-100.html">in diesem Interview</a> zuh&#246;ren.</p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://johannagremme.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke f&#252;rs Lesen - Abonniere hier maschentausendabertausendweit.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div><p>Beitragsbild Foto von <a href="https://unsplash.com/de/@tumbao1949?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">James Wainscoat</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/eine-entenmutter-mit-ihren-entenkuken-auf-dem-boden-NCToru_eJm4?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Eine eigentümliche Künstlerin und ein gebrochenes Herz für Venezuela]]></title><description><![CDATA[... und was das alles mit uns zu tun hat]]></description><link>https://johannagremme.substack.com/p/eine-eigentumliche-kunstlerin-und</link><guid isPermaLink="false">https://johannagremme.substack.com/p/eine-eigentumliche-kunstlerin-und</guid><dc:creator><![CDATA[Johanna Gremme]]></dc:creator><pubDate>Sat, 27 Jun 2026 07:59:45 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/768cf883-ac8d-434e-af3e-9878d90c0f10_1260x982.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Willkommen zu <strong>maschentausendabertausendweit</strong>,</p><p>ich hoffe, du hast dich inzwischen an den neuen Titel gew&#246;hnt. <a href="https://johannagremme.substack.com/p/maschentausendabertausend-was">In der letzten Ausgabe habe ich dir erkl&#228;rt</a>, warum ich diesen Namen ausgew&#228;hlt habe. Danke f&#252;r die vielen best&#228;rkenden und enthusiastischen Nachrichten, die mich dazu erreicht haben. Heute m&#246;chte ich dir von einer Frau erz&#228;hlen, die mich immer schon inspiriert hat: Else Lasker-Sch&#252;ler.</p><p>Sie ist die Dichterin, aus deren Gedicht &#8222;Ein alter Tibetteppich&#8220; ich mir den Namen f&#252;r diesen Newsletter geliehen habe. Und je l&#228;nger ich dar&#252;ber nachdenke, desto mehr merke ich: Zwischen ihr und mir gibt es viel mehr Verbindungen als nur den alten Tibetteppich. Deswegen verdient sie an dieser Stelle eine eigene Ausgabe.</p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://johannagremme.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Neu hier? Wenn auch du eine Masche sein willst, kannst du hier meinen Newsletter abonnieren:</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div><p></p><p><strong>Else Lasker-Sch&#252;ler und ich</strong></p><p>Ich fand Else Lasker-Sch&#252;ler immer schon toll. Und je mehr ich dar&#252;ber nachdenke, desto mehr Parallelen sehe ich. Und dazu geh&#246;rt nicht nur, dass meine Oma v&#228;terlicherseits ebenfalls in Elberfeld geboren wurde &#8211; genau wie Else. Solche kleinen Zuf&#228;lle mag ich. Sie passen gut zu meiner &#220;berzeugung, dass Dinge oft auf &#252;berraschende Weise miteinander verbunden sind.</p><p>Else Lasker-Sch&#252;ler galt vielen Zeitgenoss:innen als exzentrisch, eigensinnig und schwer einzuordnen. Gerade das mag ich an ihr. Wenn ich dar&#252;ber nachdenke, sind es vor allem f&#252;nf Dinge, die mich an ihr inspirieren:</p><ul><li><p>Verbindung von Text und Bild</p></li><li><p>ihre Liebe zu Verkleidungen und Rollen</p></li><li><p>die N&#228;he zur Mystik</p></li><li><p>ihre Liebesgedichte</p></li><li><p>ihr Freundeskreis</p></li></ul><p><strong>Bild &amp; Text</strong>: Else Lasker-Sch&#252;ler war Dichterin <strong>und</strong> Illustratorin (das wird manchmal vergessen). Ber&#252;hmt sind unter anderem ihre Postkarten- und Briefwechsel mit dem Maler Franz Marc. Zu ihren wiederkehrenden Motiven geh&#246;rten ein Halbmond und Sterne. Ich selbst kann nicht gut malen oder zeichnen, aber liebe die Verbindung von Bild und Text. Bilder transportieren Botschaften oft schneller als Worte und funktionieren ohne Sprachkenntnis. Das ist ein Grund daf&#252;r, warum ich meinen Gedichtband <a href="https://johannagremme.de/produkt/gedichtband-der-atem-der-wale/">&#8222;Der Atem der Wale&#8220;</a> habe illustrieren lassen.</p><p><strong>Verkleidung:</strong> Else lief verkleidet durch die Welt. Sie schl&#252;pfte in Rollen wie in neue oder alte Kleider. Wie k&#246;nnte ich als Theatermensch das nicht einfach nur gro&#223;artig (und mutig) finden? Wir stecken permanent in unterschiedlichen Rollen und oft ist uns das gar nicht bewusst. Sich dementsprechend zu kleiden erscheint mir nur folgerichtig.</p><p><strong>Mystik.</strong> Sonne, Mond und Sterne sind in Else Lasker-Sch&#252;lers Texten immer wieder pr&#228;sent, besonders in ihrer Liebeslyrik. Ich habe keine stichhaltigen Information dazu gefunden, aber es w&#252;rde mich nicht wundern, wenn Else sich intensiv mit Astrologie besch&#228;ftigt h&#228;tte. Auch ich besch&#228;ftige mich immer wieder neugierig mit Astrologie und Tarot &#8211; weniger auf der Suche nach Gewissheiten als nach neuen Perspektiven.</p><p><strong>Liebeslyrik.</strong> Der Tibetteppich ist ein Liebesgedicht &#8211; vielleicht das ber&#252;hmteste, aber l&#228;ngst nicht das einzige der Dichterin. Ich feiere diese Frau daf&#252;r, dass sie ihrer Leidenschaft eine literarische Stimme gegeben hat. Und ich bewundere den Mut, mit dem sie das vor &#252;ber 100 Jahren getan hat. In einer Welt, in der das Bild von Liebe, Sex und Beziehungen nach wie vor m&#228;nnergepr&#228;gt ist, braucht man Frauen, die sich trauen und Gedichte wie <em>Eros </em>schreiben (ganz am Ende des Newsletters kannst du die Gedichte nachlesen). </p><p><strong>Freunde.</strong> Ich lasse jetzt mal die ganze Exilgeschichte der Dichterin aus. Sicherlich hat das sp&#228;te ewige Exil zur Ver&#228;nderung und Verst&#228;rkung einiger Bindungen beigetragen. Aber auch so erscheint mir Else Lasker-Sch&#252;ler eine treue Freundin und darin erkenne ich mich sehr wieder. Einer der Texte, der in meinen Schubladen auf Fertigstellung wartet, handelt von meinen Freunden. Elses Freunde haben sie zeitweise durch ihr Leben gef&#252;ttert und sie hat ihren Freunden mit einem sch&#246;n-traurigen Gedicht (<em>An meine Freunde</em>) f&#252;r immer ein Denkmal gesetzt.</p><p>Was ich an Else Lasker-Sch&#252;ler am meisten mag: Sie scheint sich nicht besonders darum gek&#252;mmert zu haben, was andere von ihr denken. Abseits von Kategorien und Mainstream hat sie einfach gemacht, was sie gut konnte. In dieser Hinsicht ist sie f&#252;r mich ein Stern am K&#252;nstler:innenhimmel.</p><p>Und nat&#252;rlich schlie&#223;t sich hier wieder eine Masche.</p><p><strong>Else und ihre Zeitgenossen</strong></p><p>Denn wenn alles miteinander zusammenh&#228;ngt, dann f&#252;hrt der Weg von Else Lasker-Sch&#252;ler irgendwann auch zu Kafka, Franz Marc und vielen anderen Figuren ihrer Zeit. Deshalb m&#246;chte ich dir heute noch einen inzwischen &#252;ber zehn Jahre alten Bestseller ans Herz legen: <em>1913 &#8211; Der Sommer des Jahrhunderts</em> von Florian Illies.</p><p>Florian Illies verwebt die Leben zahlreicher K&#252;nstler:innen, Denker:innen und Schriftsteller:innen miteinander &#8211; und Else ist mittendrin. Anl&#228;sslich dieses Newsletters habe ich mich noch einmal in dieses Lieblingsbuch vertieft und bin auf folgende Zeilen gesto&#223;en, die Else Lasker-Sch&#252;ler beschreiben: </p><div class="preformatted-block" data-component-name="PreformattedTextBlockToDOM"><label class="hide-text" contenteditable="false">Text within this block will maintain its original spacing when published</label><pre class="text">Lasker-Sch&#252;ler mit ihren bunten Gew&#228;ndern, den klappernden Ringen und Armreifen, ihrer wilden, m&#228;rchenhaften Fantasie &#8211; sie war in jener Zeit die Verk&#246;rperung des inneren Orients einer in die Moderne hetzenden Gesellschaft, eine Traumgestalt [&#8230;].</pre></div><p>Wenn dich Zusammenh&#228;nge, Zuf&#228;lle und die Frage interessieren, wie aus einzelnen Begegnungen pl&#246;tzlich Geschichte wird, dann lies unbedingt <em><a href="https://www.fischerverlage.de/buch/florian-illies-1913-9783596193240"><span>1913</span></a><span>. </span></em><span>Illies verwebt hier nicht nur die Lebenswege, sondern kettet auch Wort f&#252;r Wort kunstvoll aneinander. </span></p><div><hr></div><p style="text-align: center;"><strong><mark data-color="#ff9900" style="background-color: rgb(255, 153, 0); color: rgb(0, 0, 0);"><span data-color="rgb(51, 51, 51)" style="color: rgb(51, 51, 51);">Eros<br></span></mark></strong><span data-color="rgb(51, 51, 51)" style="color: rgb(51, 51, 51);"><br></span><span>O, ich liebte ihn endlos!</span><span data-color="rgb(51, 51, 51)" style="color: rgb(51, 51, 51);"><br></span><span>Lag vor seinen Knie&#8217;n</span><span data-color="rgb(51, 51, 51)" style="color: rgb(51, 51, 51);"><br></span><span>Und klagte Eros</span><span data-color="rgb(51, 51, 51)" style="color: rgb(51, 51, 51);"><br></span><span>Meine Sehnsucht.</span><span data-color="rgb(51, 51, 51)" style="color: rgb(51, 51, 51);"><br></span><span>O, ich liebte ihn fassungslos.</span><span data-color="rgb(51, 51, 51)" style="color: rgb(51, 51, 51);"><br></span><span>Wie eine Sommernacht</span><span data-color="rgb(51, 51, 51)" style="color: rgb(51, 51, 51);"><br></span><span>Sank mein Kopf</span><span data-color="rgb(51, 51, 51)" style="color: rgb(51, 51, 51);"><br></span><span>Blutschwarz auf seinen Schoss</span><span data-color="rgb(51, 51, 51)" style="color: rgb(51, 51, 51);"><br></span><span>Und meine Arme umloderten ihn.</span><span data-color="rgb(51, 51, 51)" style="color: rgb(51, 51, 51);"><br></span><span>Nie sch&#252;rte sich so mein Blut zu Br&#228;nden,</span><span data-color="rgb(51, 51, 51)" style="color: rgb(51, 51, 51);"><br></span><span>Gab mein Leben hin seinen H&#228;nden,</span><span data-color="rgb(51, 51, 51)" style="color: rgb(51, 51, 51);"><br></span><span>Und er hob mich aus schwerem D&#228;mmerweh.</span><span data-color="rgb(51, 51, 51)" style="color: rgb(51, 51, 51);"><br></span><span>Und alle Sonnen sangen Feuerlieder</span><span data-color="rgb(51, 51, 51)" style="color: rgb(51, 51, 51);"><br></span><span>Und meine Glieder</span><span data-color="rgb(51, 51, 51)" style="color: rgb(51, 51, 51);"><br></span><span>Glichen</span><span data-color="rgb(51, 51, 51)" style="color: rgb(51, 51, 51);"><br></span><span>Irrgewordenen Lilien</span></p><div><hr></div><h2>Mein gebrochenes Herz f&#252;r Venezuela</h2><p>W&#228;hrend du diese Ausgabe liest, bin ich mit meinen Gedanken eigentlich ganz woanders. Ich habe angefangen, meine Erfahrungen aus Venezuela f&#252;r die n&#228;chsten Newsletterfolgen aufzuschreiben, als mich die Nachrichten von dem Doppelerdbeben am 24.6. erreicht haben. Seit zwei Tagen h&#228;nge ich permanent am Telefon oder auf Instagram und verfolge die Situation. Ich denke, diese Naturkatastrophe wird als Jahrhundertereignis in das kollektive Ged&#228;chtnis der Venezolaner eingehen. Niemand vor Ort ist auf den Umgang mit einer solchen Katastrophe vorbereitet, es fehlt an allem: Helme, Batterien, Arbeitshandschuhe. Strom war schon vorher Mangelware. Zum Gl&#252;ck sind die ersten internationalen Hilfstrupps im Land, die speziell f&#252;r Bergungsarbeiten dieser Art ausgebildet sind, auch die deutschen Flugzeuge sollten inzwischen gelandet sein. Aber es ist ein Schuttwegr&#228;umen gegen die Zeit - weswegen die Venezolaner in den letzten Tagen z.T. mit blo&#223;en H&#228;nden nach Vermissten unter den Tr&#252;mmern gesucht haben. </p><p>Mein Herz bricht bei den Bildern, die mich erreichen. Ein Freund hat mir eine Sprachnachricht weitergeleitet mit einem Lagebericht aus der am st&#228;rksten betroffenen Region La Guaira. Dort beschreibt er, was er sieht, als &#8222;die H&#246;lle auf Erden&#8220;. Was mir aus der Ferne G&#228;nsehaut bereitet: Die Solidarit&#228;t der Venezolaner. ALLE helfen, mit dem, was sie anbieten k&#246;nnen. Es sind unz&#228;hlige Sammelstellen in Caracas eingerichtet, ich wei&#223;, dass Restaurants ihren Betrieb ge&#246;ffnet haben, um Mahlzeiten zu portionieren und nach La Guaira zu bringen - alle machen irgendwas. Dort, wo wirklich jeder Cent fehlt, wurde trotzdem alles zusammengekratzt, um Wasser, Verb&#228;nde, Hilfsmittel zu den Sammelstellen zu bringen. Dort, wo der Staat nicht hilft, muss man sich selber helfen. </p><p>Alle Personen, die ich kennenlernen durfte, gehen mit einer Resilienz durchs Leben, die wir uns in Europa nicht mal im Ansatz vorstellen k&#246;nnen. Gemeinsam werden die Venezolaner auch diese Krise bew&#228;ltigen. Aber ich frage mich trotzdem: Wie viel kann ein Land, ein Volk, ein Einzelner eigentlich aushalten? Als ich im M&#228;rz vor Ort war, haben viele mir gesagt, dass ich von meinen positiven Eindr&#252;cken im Land berichten soll - Venezuela ist ein stolzes Land und die meisten leiden darunter, in den Medien immer nur als das Krisenland dargestellt zu werden. Was ich sagen kann: die venezolanische Zivilbev&#246;lkerung besteht aus lauter Helden.</p><p>Wer helfen m&#246;chte: Ein Freund von Thomas und mir verwaltet den Hilfsfonds der UN - <a href="https://crisisrelief.un.org/en/donate-venezuela-crisis">unter diesem Link</a> k&#246;nnt ihr spenden, das Geld kommt direkt dort an, wo es am meisten gebraucht wird.</p><p>Ich werde in den n&#228;chsten Folgen noch mehr Hintergrundinformationen zum Erdbeben geben, wenn die Lage etwas &#252;bersichtlicher ist. In der Zwischenzeit verlinke ich euch das <a href="https://www.zdfheute.de/video/volle-kanne/volle-kanne-mit-peter-schilling-vom-26-juni-2026-102.html">Interview,</a> das Dr. Thomas Schaumberg gestern im ZDF bei &#8220;volle kanne&#8221; gegeben hat, ab Min. 49 geht es um das Erdbeben.</p><div class="captioned-button-wrap" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://johannagremme.substack.com/p/eine-eigentumliche-kunstlerin-und?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;}" data-component-name="CaptionedButtonToDOM"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Wenn du meine Zeilen &#252;ber Venezuela weiterleiten willst, klick einfach diesen Button:</p></div><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://johannagremme.substack.com/p/eine-eigentumliche-kunstlerin-und?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://johannagremme.substack.com/p/eine-eigentumliche-kunstlerin-und?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p></div><div><hr></div><p>Uff, das war jetzt schwer. Mir ist es auch nicht leicht gefallen, diese beiden Themen in einen Newsletter zu packen. Aber auch das geh&#246;rt zum Leben dazu: Dinge passieren gleichzeitig und w&#228;hrend an einem Ende der Welt alles in Tr&#252;mmern liegt, versuchen wir in Europa gerade keinen Hitzschlag zu bekommen. Es ist ok, dass diese Dinge parallel laufen. Es hilft, das anzuerkennen und die Augen nicht zu verschlie&#223;en.</p><p></p><p></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Maschentausendabertausend - Manifest ]]></title><description><![CDATA[Was dich bei mir erwartet]]></description><link>https://johannagremme.substack.com/p/maschentausendabertausend-manifest</link><guid isPermaLink="false">https://johannagremme.substack.com/p/maschentausendabertausend-manifest</guid><dc:creator><![CDATA[Johanna Gremme]]></dc:creator><pubDate>Fri, 19 Jun 2026 15:16:03 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/eb977b24-b851-4eb2-b6d9-0735d88fd5dc_2160x2700.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Du bist hier richtig, wenn</p><ul><li><p><span>du keine Lust auf Schubladendenken hast</span></p></li><li><p><span>du gerne Verbindungen siehst, wo andere sich in Nischen verkriechen</span></p></li><li><p><span>du dich im besten Sinne f&#252;r Menschen interessierst</span></p></li><li><p><span>du nicht auf der Suche nach Ratschl&#228;gen bist</span></p></li><li><p><span>du glaubst, dass die Welt aus mehr besteht als aus Kategorien</span></p></li><li><p><span>du dich von Vielfalt gern inspirieren l&#228;sst</span></p></li><li><p><span>du neugierig darauf bist, wie Leben auch aussehen k&#246;nnten</span></p></li><li><p><span>du dich nicht auf eine einzige Rolle festlegen m&#246;chtest</span></p></li><li><p><span>du bereit bist, dir Zeit zum Lesen zu nehmen &#8211; auch wenn das hier kein Newsletter &#252;ber Achtsamkeit ist</span></p></li></ul><p><strong><span>maschentausendabertausendweit</span></strong><span> ist ein Newsletter f&#252;r alles, was ich zu sagen habe. </span>Und weil mein Leben, mein Beruf und meine Berufung in engsten Maschen miteinander verkn&#252;pft sind, geht es hier um vieles: Italien, Theaterarbeit, Schule, Reisen, Politik, Kommunikation, Gedichte und Alltag.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://johannagremme.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://johannagremme.substack.com/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p></p><p><span>Aber eigentlich schreibe ich &#252;ber etwas Anderes:</span></p><p><strong><span>&#220;ber M&#246;glichkeiten.</span></strong></p><p><span>&#220;ber Menschen, die ihren eigenen Weg gehen. &#220;ber ungew&#246;hnliche Lebensentw&#252;rfe. &#220;ber die kleinen Dinge, die etwas Gr&#246;&#223;eres erz&#228;hlen. &#220;ber die Frage, </span><strong><span>wie wir leben wollen.</span></strong></p><p><span>Ich m&#246;chte keine Antworten liefern.</span></p><p><span>Ich m&#246;chte Denkr&#228;ume er&#246;ffnen und urteilsfrei Fragen aufwerfen.</span></p><p><span>Denn manchmal reicht schon ein Gedanke, ein Gedicht, eine Begegnung oder eine Beobachtung, damit sich eine neue Masche schlie&#223;t.</span></p><p><span>Und pl&#246;tzlich merkst du:</span></p><p><strong><span>Ach so. So k&#246;nnte das Leben auch aussehen.</span></strong></p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://johannagremme.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Wenn du Lust auf wechselnde Themen mit einer klaren Haltung hast, dann werde jetzt zu einer Masche in meinem Newsletter-Teppich.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div><div><hr></div><p>Foto von <a href="https://www.instagram.com/heatcreativooo/">Heatcreativooo</a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[maschentausendabertausend - was?]]></title><description><![CDATA[Was es mit dem Namem auf sich hat]]></description><link>https://johannagremme.substack.com/p/maschentausendabertausend-was</link><guid isPermaLink="false">https://johannagremme.substack.com/p/maschentausendabertausend-was</guid><dc:creator><![CDATA[Johanna Gremme]]></dc:creator><pubDate>Fri, 19 Jun 2026 06:20:40 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/8e489f7d-4925-4942-afe1-bc3ec2bab6bf_6720x4480.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Newsletter wird ein Ort f&#252;r Beobachtungen sein, der Verbindungen sichtbar macht. Der Ton ist manchmal pers&#246;nlich, manchmal verspielt, manchmal nachdenklich. Immer mit der Idee im Hinterkopf, dass Dinge miteinander verwoben sind.</p><p>Den Namen, den ich f&#252;r meinen Newsletter gew&#228;hlt habe, habe ich mir aus meinem Lieblingsgedicht &#8222;Ein alter Tibetteppich&#8220; von Else Lasker-Sch&#252;ler (1869 - 1945) ausgeliehen. Weiter unten kannst du dir das ganze Gedicht durchlesen, wenn du neugierig bist.</p><p>Ich habe wirklich lang nach einem passenden Titel gesucht. Ein Titel, der in sich die Idee von &#8222;alles h&#228;ngt zusammen&#8220; tr&#228;gt und gleichzeitig auf keinen Fall nach Coaching klingt. Alle Titel, die mir eingefallen sind, waren wenig &#252;berzeugend, weil sie meist nur einen Teil der Idee abgedeckt haben.</p><h3>Wie ich nachts von &#8220;Teppich und Tapeten&#8221; zu den Maschen kam</h3><p>Irgendwann lag ich abends im Bett und habe &#252;ber &#8222;Theater &amp; Text&#8220; nachgedacht, meine T&#228;tigkeitsbeschreibung in zwei Worten. Von da sind meine Gedanken zum Wortursprung von &#8222;Text&#8220; geschweift. Ein Text ist etwas Verwobenes, Gewebtes. Dann springen meine Gedanken weiter zum Teppich. Und da ich &#8222;Theater &amp; Text&#8220; in meinem Logo mit &#8222;t&amp;t&#8220; abk&#252;rze, denke ich kurz an &#8222;Teppich und Tapeten&#8220; &#8211; den Boden und die Fl&#252;gel sozusagen. Aber ich bremse mich sofort: Teppich und Tapeten klingt nach Einrichtungshaus, nicht nach meinem Newsletter. Von Teppich komme ich auf Tibetteppich und von da zu meinem Lieblingsgedicht. </p><p>Am gleichen Abend hatte ich mit einer Freundin &#252;ber diese sonderbare Dichterin Else Lasker-Sch&#252;ler geredet. Wir haben uns vorgestellt, wie sie damals wahrscheinlich als verr&#252;ckt abgestempelt wurde, einfach, weil sie eine Frau war. Heute w&#252;rde man ihre Eigenwilligkeit vermutlich anders lesen als damals. Und als meine Gedanken bei dem Vers mit den Maschen ankamen, war auf einmal alles klar. </p><p>Da war es, mein Netz, das sich kunstvoll und mit k&#252;nstlerischem Blick um die Welt spannte. Ein Netz, das durchl&#228;ssig ist und in jede Richtung reicht.</p><h3><strong>Der Titel gef&#228;llt mir, denn</strong></h3><ul><li><p>Er ist nicht &#252;bersetzbar</p></li><li><p>Er ist poetisch</p></li><li><p>Er verbindet alles</p></li></ul><p><strong>Der Titel ist nicht oder nur sehr schwer zu &#252;bersetzen.</strong> Einen kurzen Moment lang hatte ich &#252;berlegt, meine Newsletter zuk&#252;nftig auf Englisch, Italienisch, Spanisch und Deutsch zu schreiben. Aber das geht nicht. Da geht zu viel verloren. In meinem (Arbeits-)alltag bin permanent am &#220;bersetzen und in vielen Sprachen zuhause. Aber es ist in Ordnung, dass der Titel meines deutschen Newsletters ein Kunstwort ist, das ich nur schwer &#252;bersetzen kann. Denn so sehr ich Durchl&#228;ssigkeit liebe, denke ich doch auch oft: Du musst nicht alles verstehen. Es tut gut, nicht immer nach Erkl&#228;rungen zu suchen. Maschentausendabertausendweit. Punkt.</p><p><strong>Der Titel ist poetisch.</strong> Ich schreibe selbst Gedichte. Nicht zu vergleichen mit den kunstvollen Gedichten von Else Lasker-Sch&#252;ler, aber ich habe Spa&#223; daran. Ich schreibe Texte und mache Theater. Mein Blick kommt immer mit einer k&#252;nstlerischen, oft poetisch-verspielten Brille daher. Titelideen wie &#8222;Alles ist eins&#8220; oder &#8222;Von hier aus betrachtet&#8220; klingen n&#252;chtern und nach Berater-Versprechen. Ich kann und will hier keine Tipps geben, sondern meinen Blick auf die Welt anbieten. Was du damit machst, ist deine Sache.</p><p>Der Titel sagt schon alles: <strong>Maschentausendabertausendweit</strong> umspannt in einem Wort all das, was ich sagen will. Alles ist miteinander verbunden &#8211; wie ein Netz aus lauter Maschen, das sich unendlich weit um diese Welt spannt und das <em>buntgekn&#252;pfte Zeiten schon</em>.</p><p>Und weil dieser Gedichtvers der eigentliche Ausgangspunkt f&#252;r meine Worte heute ist, kommt hier nun das ganze Gedicht.</p><div><hr></div><p style="text-align: center;"><strong><mark data-color="#ff9900" style="background-color: rgb(255, 153, 0); color: rgb(0, 0, 0);">Ein alter Tibetteppich</mark></strong></p><p style="text-align: center;">Deine Seele, die die meine liebet<br>Ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet<br><br>Strahl in Strahl, verliebte Farben,<br>Sterne, die sich himmellang umwarben.<br><br>Unsere F&#252;sse ruhen auf der Kostbarkeit<br>Maschentausendabertausendweit.<br><br>S&#252;sser Lamasohn auf Moschuspflanzenthron<br>Wie lange k&#252;sst dein Mund den meinen wohl<br>Und Wang die Wange buntgekn&#252;pfte Zeiten schon.</p><div><hr></div><p>Jetzt kennst du die Geschichte hinter dem neuen Newsletter-Namen. Ich bin gespannt, was du dazu sagst und freue mich &#252;ber deine Gedanken dazu.</p><p><strong>In der n&#228;chsten Ausgabe erz&#228;hle ich dir mehr &#252;ber Else Lasker-Sch&#252;ler und warum sie mich bis heute inspiriert.</strong></p><p>Wenn du Menschen kennst, die Freude an Gedichten oder den sonderbaren Wegen haben, auf denen Gedanken manchmal entstehen, dann freue ich mich, wenn du diesen Newsletter weiterempfiehlst.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://johannagremme.substack.com/?utm_source=substack&amp;utm_medium=email&amp;utm_content=share&amp;action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Johanna Gremme teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://johannagremme.substack.com/?utm_source=substack&amp;utm_medium=email&amp;utm_content=share&amp;action=share"><span>Johanna Gremme teilen</span></a></p><div><hr></div><p>Beitragsbild von <a href="https://unsplash.com/de/@rocinante_11?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Mick Haupt</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/nahaufnahme-eines-stucks-garn-LZrx0NWxvQY?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://johannagremme.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke f&#252;rs Lesen! 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